Das Miststück mit der Vogelkrepierhand

Ich habe ein Problem. Okay, das war jetzt stark untertrieben, aber ich spiele auf ein bestimmtes an. Ich werde heuer 35 und seit knapp 20 Jahren plagt mich eine Ungewissheit, die mich nicht loslässt. In meiner Kindheit gab es eine Serie. Ich glaube es war so eine Mini-Weihnachts-Tränendrück-Kacke wie der Geigen-Schwuli Oliver Maas oder Patrick Packard, der Mini-James Bond für Inselkinder. Jedenfalls ging es in dieser Serie um ein Mädchen, das irgendwie wichtig ist, irgendwas findet, das sie nich sollte und seltsame Zeit-Dimensions-Verschiebungen… oder so. Wie sie sehen, tu ich mir ein bisschen schwer mit dem Erinnern. Es gibt im Endeffekt eigentlich nur eine Sache, die sich in meinem Kopf festgebrannt hat. Das Gör hatte von heute auf morgen eine goldene Hand. Coole Sache, oder? Eben nicht. Mit dieser güldenen Armverlängerung hat sie ein Vögelchen berührt und damit dem Piepmatz die letzte Mauser seines Lebens beschert. Zack-Tot. Fragen Sie mich nicht, wieso ich diese Szene nicht aus dem Gedächtnis streichen kann, ich weiß es nicht. Jedenfalls plage ich mich jetzt schon so lange damit herum, dass es mir langsam aber sicher den Verstand wegzwirbelt. Trotz Google und dem ganzen neumodischen Schnick-Schnack konnte ich dem Namen des kindertraumatisierenden Machwerks bisher nicht habhaft werden. Ich möchte die Szene mit dem Abkratzflügler noch einmal sehen, damit ich sie danach endlich vergessen kann. Kennen Sie die Serie über dieses kleine Miststück mit der Vogelkrepierhand? Hinweise sind erwünscht und werden mit ewiger Dankbarkeit honoriert. P.S.: Pointe gibts diesmal keine, was an sich schon wieder eine Pointe ist. *seufz* Man hats echt nicht leicht…

Ficken, aber leise, du Drecksau…

Ich habe gestern etwas festgestellt und es beunruhigt mich ein wenig: Zum ersten Mal seit langer Zeit beneide ich jemanden ernsthaft um etwas. Kennen Sie den grau melierten Austropiefke Dirk Stermann und seinen Heterolebenspartner Christoph Grissemann? Ja? Und mögen Sie die Beiden? Nein? Gut! Dann haben Sie sich absolut nichts vorzuwerfen und können Ihr Leben einfach so weiterleben wie bisher. Ganz so einfach hab ich es leider nicht. Ich finde die zwei Männer umwerfend und je mehr ich von ihnen höre, lese oder sehe, umso mehr beneide ich sie. Womit wir beim Thema und meiner Einleitung dieses Beitrags wären. Ja, verdammt, ich beneide diese Herren. Um ihre egoistische, unfassbare und vermutlich ehrliche Art sich einfach nix zu scheißen. Sie mögen jemanden nicht und sagen es einfach. Sie bezeichnen DJ Ötzi als fettbäuchigen Wahnsinnigen mit Eierschale auf dem Kopf und machen Witze über Verona’s Feldbusch. Sie lachen über Haider’s letzte Ausfahrt in den Vorgarten des Schreckens und beleidigen gegenseitig sich selbst und ihre Mütter. Das Publikum zerkugelt sich, die Kritiker ärgern sich und Stermann und Grissemann gehen glücklich ins Bett. Wieso glücklich? Ganz einfach: Die Beiden können sich alles von der Seele kotzen, was ihnen im alltäglichen Leben auf die Nerven geht. Sie drehen im ORF-Gebäude Videos in denen sie über den ORF schimpfen, der ihnen jeden Donnerstag einen Teil ihres täglichen Brotes belegt. Und zwar mit harter Kohle. Seien Sie jetzt mal ganz ehrlich zu sich selbst. Wenn Sie einen Menschen wirklich nicht leiden können, aber trotzdem mit ihm zu tun haben, seis aus beruflichen oder privaten Gründen, gehen Sie dann zu diesem Menschen hin und nennen Sie ihn eine alte Pottsau der Arschhaare aus den Ohren wachsen müssen, so wie der stinkt? Eben… ich auch nicht. Aber Eines sage ich hier und jetzt ganz offen und ehrlich: Jeden Tag steigt das Bedürfnis danach einfach zu sagen oder zu schreiben was ich denke und nicht das was meine Vorgesetzten, Freunde, Verwandte, Bekannte oder Leser hören oder lesen wollen/dürfen/sollen. Verstehen Sie mich zumindest im Ansatz? Ja? Mögen Sie mich trotzdem? Nein? Gut! Dann haben Sie sich absolut nichts vorzuwerfen und können Ihr Leben einfach so weiterleben wie bisher. Allen anderen rufe ich ein leises “Hurerei” zu und freue mich auf den Tag an dem es uns wurscht sein kann, was andere von uns denken. Das ist dann nämlich der Tag an dem wir frei sein werden. Bis dahin ein ehrliches FICKEN! (aber leise, du Drecksau…)  ;o)

Willkommen in Ozeanien, Bürger!

Kennen Sie George Orwell? Der britische Schriftsteller verfasste von 1946 bis 1948 einen Roman namens „1984“. Es geht um die totale Überwachung, der sich niemand entziehen kann. Sie wird hauptsächlich mit Hilfe von Teleschirmen ausgeübt, Sende- und Empfangsgeräte, die die Bürger von Ozeanien immer und überall begleiten. Wenn wir jetzt einige Worte austauschen könnte der obige Text wie folgt klingen: Es geht um die Vorratsdatenspeicherung, der sich niemand entziehen kann. Sie wird hauptsächlich mit Hilfe von Handies ausgeübt, Sende- und Empfangsgeräte, die die Bürger von Österreich immer und überall begleiten. Die Privatsphäre hat am 1. April 2012 ihr Leben ausgehaucht. Die Justiz  kann sogenannte Trojaner über das Internet auf ihrem Computer installieren. Vielleicht habe ich zu viele Krimis gesehen, aber bin ich der Einzige, der dabei an platzierte Beweise denkt? In „1984“ heißt es „und wenn alle die Lüge glaubten, dann ging sie in die Geschichte ein  und wurde Wahrheit.“ In diesem Sinne: Willkommen in Ozeanien.

Benjamin Franklins Leserbrief ist schuld

Man kann über den Winter sagen was man will, einen Vorteil hat er: Das Wochenende dauert eine Stunde länger als im Sommer. Woran das liegt? An der verflixten Umstellung von dieser verflixten Sommerzeit. Die Idee einer saisonalen Zeitumstellung wurde erstmals im Jahre 1784 von Benjamin Franklin in einem Brief über „die Kosten des Lichtes“ an die Herausgeber einer Pariser Zeitschrift erwähnt, in dem er den hohen Verbrauch an Kerzen kritisierte. Es sollte aber noch mehr als 130 Jahre dauern, ehe in Österreich-Ungarn die Sommerzeit eingeführt werden würde. Wer auch immer diese Idee damals durchgesetzt hat, konnte nicht ahnen, was er der Menschheit damit antun würde. Kein Jahr vergeht, in dem nicht Tausende Menschen eine Stunde zu lange schlafen, weil sie vergessen haben die Uhren umzustellen. Der Biorythmus des Redakteurs zum Beispiel ist ausschließlich von Sonne und Mond abhängig. Verflucht seid Ihr, Benjamin Franklin, Du und Dein Brief…

Kennen Sie Herrn Holl?

Ich glaube, ich bin zu blöd…

Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich einfach nicht verstehen kann, was in manchen Menschen vor sich geht. Nehmen wir als Beispiel Herrn Holl. Herr Holl ist in Pension. Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist die bösen Türkenkinder aus dem Fenster seiner Gemeindebauwohnung im 14. Bezirk aus anzupöbeln, dann liest er. Herr Holl liest aber keine Bücher, das ist ihm zu gestrig. Herr Holl liest Krone. Man will ja auch informiert sein, Sie verstehen?

Herr Holl sieht sich selbst als Mutbürger. In meinen Augen ist Herr Holl ein Volldolm. Es zeichnet nicht von Mut auf jede Aussage mit einer Beleidigung, einer Verhetzung oder einem Vorurteil zu widersprechen. Es ist auch nicht sonderlich mutig sich hinter Pseudonymen zu verstecken, weil man selbst ganz genau weiß, dass man einen panierten Karfiol redet. Ist es mutig sich permanent über alles aufzuregen, Briefe an Gerichte und das Parlament zu schreiben, Gesetzestexte auswendig zu lernen und mit diesem Halbwissen dann brillieren zu wollen oder zeugt es nur von zu viel Zeit, zu wenig Hobbies und fehlenden sozialen Kontakten?

Sehen wir uns noch ein andere Beispiel an. Gestern durfte ich eine Dikussionsrunde leiten. Der Obmann des Vereins der österreichischen Mutbürger stellte sich den Fragen eines sogenannten Wutbürgers. Beide unterhielten sich emotional, jedoch vorurteils- und beleidigungsfrei und vor allem nicht halb so wehleidig und von Paranoia gezeichnet, wie Herr Holl das gerne tut.

Jetzt werden Sie sich vielleicht fragen, wer dieser Herr Holl ist und ob Sie ihn eventuell kennen. Das darf jeder von Ihnen für sich selbst entscheiden. Vielleicht ist es Ihr Nachbar, vielleicht Ihr Bruder, vielleicht sogar Sie selbst. Herr Holl ist übrigens nicht zwingend ein Mann, da er aber auch ein glühender Verfechter des Gendering ist, schreibe ich extra über “ihn”. Ein Grund mehr für alle Frau Holls da draußen sich zu erboßen.

Es gibt sie in allen Formen. Sowohl die Mut- als auch die Wutbürger. Herr Holl ist jedoch keins von beiden. In meinen Augen ist Herr Holl ein Würschtl und ein Volldolm. Wenn Ihnen das nicht gefällt dann verklagen Sie mich ruhig, wenn es Ihnen dann besser geht. Bis dahin freue ich mich meines Lebens und hoffe noch viel von Ihnen zu hören, Herr Hohl … äh Holl.

Beste Grüße,

ein Mensch.

Kann die Welt jetzt bitte endlich untergehen?

Nach meinem zweiten Gespräch mit der professionellen Astrologin Susanne Eder ist mir eines klar geworden: Die Welt wird sich auch nach dem 23. Dezember 2012 weiterdrehen. Jedem halbwegs vernünftig denkenden Menschen war das vermutlich sowieso klar. Die vergangenen Wochen waren von Ereignissen geprägt, die mich beinahe dazu bringen könnten, mir ein Armageddon herbeizusehnen. Lassen Sie mich ein paar Stichworte zusammenfassen: ACTA, Opernball, Trackshittaz, Hill, Fasching, Executive Producer. Zu jedem dieser Begriffe könnte ich Ihnen eine Geschichte erzählen, die mich in der jüngsten Vergangenheit aufgeregt hat. Leider fehlt mir dazu der Platz und vor allem die Zeit. Eines jedoch muss ich schon sagen. Unsere Gesellschaft entwickelt sich in eine Richtung, die mir nicht so recht zusagen mag. Mancher Menschen höchstes Gut scheint es mittlerweile zu sein alles zu kritisieren, Unfrieden zu stiften und ihre Mitmenschen zu denunzieren. Bekannte Entwicklungen, deren Ausgang ich mir lieber nicht ausmalen mag…

Berndorf’s next Topmodel … nicht!

Ich glaube, ich bin zu dick…

Heute ist ein Tag wie jeder andere bis auf die Tatsache, dass ich mir an diesem Tag nach langer Verweigerung eine digitale Personenwaage gekauft hatte. Zuhause angekommen wurde sie sofort AKTIViert, PLATZiert und den Rest des Tages IGNORiert. Warum? Ganz einfach. Ich bin zu fett. Ja, doch. Auch wenn Sie jetzt sagen “Ach was, Leshem, sieht doch keiner. Halb so schlimm. Merkt man gar nicht.” ändert es nichts an den Tatsachen. Auf Facebook, oder “Stasi auf freiwilliger Basis” wie es gerne von paranoiden Menschen wie mir bezeichnet wird, musste ich sofort kundtun, dass ich abnehmen sollte. Eine besorgte Facebook – “Freundin” meinte daraufhin süffisant “Wieso? Willst Austrias Next Top Model werden? Oder wieso machst dir Sorgen um deine Figur?” Was die Gute nicht wissen kann ist, dass meine Eitelkeit momentan hinter meiner Sorge um meine Gesundheit steht. Mit 34 Jahren kommt man langsam in ein Alter, in dem man sich über gewisse Dinge schon mehr Gedanken macht als noch 10 Jahre davor. Seit ich vor etwas mehr als einem halben Jahr zu rauchen aufgehört hatte, esse ich. Und zwar nicht zu wenig. Vor allem Schoki. Unmengen an Schoki.

Während ich über diese Zeilen nachdenke, gehe ich wieder an der Waage vorbei. 16 Euro hat sie mich gekostet. Gut angelegtes Geld, finde ich. Hält die mein Gewicht überhaupt aus? Ich geh mal in die Küche, mach mir ein Salamibrot und denke drüber nach, ob die Statik des Geräts meine Massen vertragen könnte. Es hilft alles nichts, die Kilos müssen runter. Bis zu meinem 18. Lebensjahr war ich nicht nur relativ dünn, ich hatte auch einen durchtrainierten Körper. Also nicht Arnold-Schwarzenegger-Gugelhupfrücken-artig, aber durchaus herzeigbar. Und heute? Naja… Irgendwie beschleicht mich die Angst, die Waage hätte eine Sprachausgabe und ich sehe mir die Verpackung an. Das brauche ich noch, dass ich mich draufstelle und die freche Schnalle kommt mir mit Sachen wie “… bitte immer nur eine Person”. Keine Sprachausgabe. Na Gott sei Dank.

Alles Blödsinn, denke ich mir. Das ist jetzt wahrscheinlich die Midlife-Krise. Genau so ein Unsinn wie ein eingebildeter Herzinfarkt oder die Panik-Attacke nach dem Rauchstopp als ich dachte, ich hätte ein Lungenversagen, obwohl einfach nur meine Nase verstopft war und ich nicht dran gedacht hatte durch den Mund zu atmen. Manchmal ist der Mensch schon dumm. Aus kleinsten Kleinigkeiten machen wir Riesen-Angelegenheiten. Die sprichwörtliche Mücke, die zum Elefanten wird. Blöde Waage. Steht flach wie eine Flunder im Zimmer und starrt mich an. Ich reiß mich jetzt zusammen und stell mich drauf. Bei meiner Größe ist das Normal- (nicht Ideal-) Gewicht 80 Kg. Das wird sich nicht ausgehen, so realistisch bin ich. 90? Ich sehe an mir herab und zucke unmerklich zusammen. “Eher 95″ sage ich laut und kichere ein bisschen irre. Manchmal habe ich vor mir selbst Angst.

“Solange ich nicht über 100 bin ist alles ok.” spreche ich mir selbst Mut zu und stelle mich endlich mit Schwung und frohen Mutes auf das vertrackte Gerät. Die digitalen Zahlen rotieren und kommen schließlich zum Stillstand.

111,1 Kg

Verdammt … wieviel Schoki hätte ich um 16 Euro kaufen können…